Jana Eilhardt Ausstellung

 

Einführung zur Ausstellung mit den Druckgrafiken „Zehn Gebote“ von Jana Eilhardt

Jana Eilhardt hat einen – zu mindest für uns Westler – ungewöhnlichen Lebenslauf und zeigt uns hier ungewöhnliche Graphiken zu einem eigentlich nicht sehr ungewöhnlichen Thema.

Jana Eilhardt wurde 1969 in Dessau geboren, verbrachte Kindheit und Jugend in Wolfen bei Bitterfeld und über fünf Jahre in Moskau. Sie studierte dann von 1987-1992 Elektrotechnik an der TU Ilmenau. Von 1992-1993 schloss sie ein Ergänzungsstudium für das Lehramt an beruflichen Schulen in Erlagen an. Es folgte dann eine achtjährige Berufstätigkeit als Projektmanagerin und im Vertrieb der Elektroindustrie. Nach einem Praktikum bei einer Werbeagentur in Düsseldorf studierte sie dann von 2001-2005 Kommunikationsdesign, Illustration und Kunst an der Ruhrakademie in Schwerte. Im Kunstbereich ist sie eine echte Spätberufene, dafür dann aber auch mit reichem Lebenshintergrund. Jana Eilhardt lebt in Halver.

Für uns im Westen sind die Zehn Gebote, die hier in den Graphiken und Texten dargestellt sind, sicher nichts besonders Spektakuläres. Jeder von uns ist ihnen in seiner Schulzeit begegnet, auch wenn nicht immer mehr viel davon im Gedächtnis geblieben ist. Nicht so für Jana Eilhardt. Sie ist atheistisch aufgewachsen. Für sie war es eine echte Herausforderung, ihre eigene Verortung an diesen Zehn Geboten zu überprüfen, deren Spur – wie es im Zitat von Herbert Walter auf dem Flyer zur Einladung heißt – sich tief durch die Geschichte zieht.

Ein Herausforderung können diese Zehn Gebote auch für uns werden. Der Wortlaut aus der Jahrtausende alten Überlieferung des israelischen Volkes reißt uns – um das etwas salopp auszudrücken – sicher nicht von den Stühlen. Aber Tradition heißt ja nicht, einfach altes weiter wörtlich zu übernehmen, sonder zur jeweiligen Zeit die Erfahrung früherer Generationen wieder lebendig und fruchtbar für den eigenen Lebensvollzug zu machen.

Ich glaube, das ist Jana Eilhart mit ihren Graphiken gelungen. Sie hat nicht den Anspruch – wie sie in ihrer Publikation zu diesen Arbeiten sagt – „die Gültigkeit der Gebote nachzuweisen oder gar neue Gebote für das 21. Jahrhundert zu formulieren. Sie sind bildnerisch umgesetzte Gedanken über die Welt, in der wir leben.“

Aber wie sie umgesetzt sind, ist schon erstaunlich. Die Grafik zum 1. Gebot: „Ich bin der HERR dein Gott, du sollst keine anderen Götte haben neben mir.“, die auch auf dem Plakat zu dieser Ausstellung zu sehen war, könnte aktueller nicht sein: Der Bulle als ein Symboltier für die Börse vor dem Hintergrund von Dollarscheinen. Ich zitiere den Soziologen Reimar Grönemeyer, auf den sich Jana Eilhardt bei ihren Darstellungen immer wieder bezieht:

„Der Glaube an den Markt ist die erste wirkliche Weltreligion, die in Japan ebenso wie in den USA, in Europa und inzwischen sogar in China gläubige Massen zu mobilisieren vermag.“

Wie aktuell das von Jana Eilhardt interpretierte ersten Gebot ist, zeigt uns leider die heutige weltweite Finanzkriese.

Wie ist es aber mit den anderen Geboten? Was haben z. B. Schmetterlinge mit dem zweiten Gebot zu tun?

Dazu wird ihnen Jana Eilhardt selbt etwas erzählen und danach können sie sie jetzt ausführlich befragen.