Hildegard Rund Ausstellung

 

Rede zur Ausstellungseröffnung mit Bildern von Hildegard Rund am 15.11.09 in der Galerie Langenohl

 

Hildegard Rund wurde 1935 in Bochum geboren und lebt jetzt in Hattingen. Ihre Liebe zur Kunst und ihr Talent dürfe sie von ihrem Vater haben, der zwischen den beiden Weltkriegen in einem Fernkurs Malerei studierte.

Sie erinnert sich, dass sie schon von ihrer Kindheit an gemalt hat. Ihr Wunsch nach der Schule Malerin zu werden, war nach dem Kriege in ihrer Situation aber nicht möglich. Sie wurde Schneiderin, wohl weil auch dieser Beruf etwas Gestalterisches hat.

Seit den 70iger Jahren erlaubt ihr die familiäre Situation, sich intensiver mit der Malerei zu beschäftigen. Angeleitet und begleitet von Kurt Janitzki, Pit Grothe und vor allen von Anne Martin-Habig, deren hervorragende Bilder ich hier in meiner ersten Ausstellung zeigen durfte. Bei ihr lernte sie über viele Jahre Porträt und Aktzeichnen. Diese Schulung zeigt sich auch noch in ihren heutigen Bildern, oft in figurativ aufgelöstem Gestalten.

In Zusammenhag mit Anne Martin-Habig habe ich Hildegard Rund auch kennen gelernt. Seit damals kam sie nämlich fast jedes Jahr über Pfingsten nach Hardenberg, um mit andern zusammen – aus dem Ruhrgebiet, aus der Kreis Olpe und aus Hardenberg - unter der Anleitung von Annliese Martin-Habich gestalterisch tätig zu sein. - Von diesen Treffen waren ja hier schon mal Skulpturen ausgestellt. Eine Skulptur von Hildegard Rund, die bei diesem Treffen entstanden ist, können Sie hier sehen. Bei diesen Treffen ist zwischen uns eine freundschaftliche Beziehung entstanden, die diese Ausstellung für mich zu einem besonders erfreulichen Ereignis macht.

Im Jahre 2000, also mit 65 Jahren, in einem Alter, in dem andere in den Ruhestand gehen, begann Hildegard Rund ein Studium der Malerei, Grafik und Kunstgeschichte an der Freien Akademie der Künste in Essen. Mit großer Neugier und mit guten Dozenten gewann sie ein Freiheit des Gestaltens, die sie sich vorher nicht hatte vorstellen können und von deren Qualität Sie sich hier überzeugen können. Oft entwickeln sich Bilder aus Farben mit Ergebnissen, über die sie selber staunen muss. Staunen ist für sie überhaupt der Schlüssel zur Kunst.

Hildegard Rund schloss das Studium am 13.4.2005 mit der Diplomprüfung mit dem Prädikat „mit besonderem Erfolg“ als Meisterschülerin ab.

Da kann man getrost mit Goethe sagen: „Was man in der Jugend wünscht, hat man im Alter in Fülle.“ (Goethe, Dichtung und Wahrheit, Erstes Buch.)

Hildegard Runds Bilder sind sehr vielfältig, sie beziehen sich aber fast immer auf Menschen und ihre Situation. Besonders angetan hat es ihr das Tanztheater von Pina Bausch, die ja – weltberühmt – in diesem Jahr gestorben ist. Beeindruckt von den Bewegungen der Tanzenden und deren Gestik, sind hervorragende Komposition entstanden, mit Aussagen, die mit Worten nicht beschreibbar sind.

Natürlich findet auch ihr eigenes Leben ein Echo in ihren Bildern. So spiegelt sich die Erfahrung des zu frühen Tod ihres Mannes in einer Tanzszene wider. (Bild an der Stirnseite des Raumes) In düsterer Stimmung und wie auf einer schrägen Ebene drohen die Tanzpaare in einen Abgrund zu gleiten.

Aber ehe ich anfange zu interpretieren: schauen Sie selbst hin. Kunst sollte man sich zunächst ja selbst zu erschließen versuchen, indem man sich möglichst unvoreingenommen darauf einlässt. Eine solche eigene Erschließung kann dann aber noch durch Hinweise und Erklärungen der Künstlerin vertieft werden. Dazu wir Hildegard Rund ihnen anschließen gerne zur Verfügung stehen.

Ich danke Ihnen für ihre Aufmerksamkeit.